Trendumfrage S/4HANA-Umstieg: Migrationsstrategie als größte Herausforderung

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MR BLUEFIELD - Januar 27, 2020

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pixabay | pete linforth

Die Migration bestehender ERP-Systeme auf die neue SAP Business Suite S/4HANA beschäftigt Konzerne und mittelständische Unternehmen weltweit. Welche Ziele sie damit verfolgen und wo ihre größten Herausforderungen liegen, beleuchtet eine Umfrage, die das IT-Onlinemagazin in Zusammenarbeit mit dem SAP-Partner SNP durchgeführt hat. MR BLUEFIELD fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen. 

 

Für 60 Prozent der befragten SAP-Anwenderunternehmen liegt die größte Herausforderung bei der S/4HANA-Umstellung darin, eine passende Migrationsstrategie zu finden.  Denn die Festlegung auf einen Ansatz – ob Greenfield, Brownfield oder Selektiv – ist für S/4HANA-Projekte wegweisend. Je nach Migrationsweg variieren beispielsweise das Gestaltungspotenzial und für die Umstellung erforderliche Ausfallzeiten von SAP-Systemen.

Die Komplexität von hybriden Systemlandschaften (Cloud, On-Premises, SAP, Non-SAP) bereitet 51 Prozent der insgesamt 106 Umfrageteilnnehmern Kopfschmerzen, da diese mit besonderen Anforderungen an die Umstellung einhergeht. Fast ein Drittel der Unternehmen (32 Prozent) sieht eine weitere Herausforderung darin, einen geeigneten Partner für die technische Migration zu finden. 17 Prozent der Befragten haben darüber hinaus Schwierigkeiten, Werkzeuge zu evaluieren, mit denen sich die Ausfallzeiten für den Geschäftsbetrieb minimieren lassen.

Ein weiteres Hindernis ist die Einbindung der Fachbereiche und deren Mehrfachbelastung: Sie betreuen das Projekt in der Regel parallel zum Tagesgeschäft, setzen sich mit fachlichen Fragestellungen auseinander und führen Funktions-, Integrations- und Akzeptanztests durch.

 

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Quelle: IT-Onlinemagazin

 

Migrationsziel: Prozessoptimierung und Harmonisierung

Gefragt nach den vorrangigen Zielen, gaben 64 Prozent der Umfrageteilnehmer an, eine Harmonisierung und Optimierung bestehender Prozesse zu verfolgen. Gleichzeitig wünschen sich aber 62 Prozent eine rein technische Umstellung. Was zunächst wie ein Zielkonflikt wirkt, deutet daraufhin, dass Gestaltungspotenziale genutzt werden sollen – die Umsetzung aber möglichst automatisiert erfolgen sollte.

Neue Funktionalitäten möchten 25 Prozent der Befragten etablieren und gut 20 Prozent der Unternehmen wollen im Zuge der S/4HANA-Umstellung ihre SAP-Systemlandschaft massiv verändern.

Demnach geht es vielen Anwendern vorrangig darum, den Status quo zu erhalten. Eine revolutionäre Veränderung und ein damit verbundene Innovationspotenzial scheinen derzeit eher sekundäre Bedeutung zu haben. Das zeigt sich auch in Hinsicht auf die angestrebten Veränderungen der technischen Basis.

 

Gewünschte Veränderungen bei dem Umstieg auf S/4HANA

Mit der Trendumfrage sollte auch untersucht werden, ob SAP-Systeme im Kontext von S/4HANA-Transformationen beispielsweise zusammengeführt, zentralisiert oder aufgespalten werden sollen. 38 Prozent der Befragten wollen ihre SAP-Systemlandschaft im Zuge der S/4HANA-Aktivitäten nicht verändern. Ein Viertel der Unternehmen möchte wenig verändern und 21 Prozent der Probanden planen massive Neuerungen, was in diesen Fällen häufig mit der Komplexität hybrider Systemlandschaften zusammenhängt. Bei 16 Prozent der Unternehmen sind Art und Umfang der Veränderungen der SAP-Systemlandschaften noch unklar.

 

SAP-Downtime: Ansprüche variieren stark

Die Umstellung eines SAP-Systems auf S/4HANA ist technisch bedingt mit einer temporären Nichtverfügbarkeit verbunden. Doch welche Downtime des Geschäftsbetriebs verkraftbar ist, darüber herrschen verschiedene Ansichten. Während sechs Prozent der Unternehmen bereits eine Stunde nach der S/4HANA-Umstellung weiterarbeiten möchten, geben 17 Prozent der Befragten an, acht Stunden auf das SAP-System verzichten zu können. Die breite Mehrheit hingegen hält eine Downtime von bis zu 24 Stunden (19 Prozent), 48 Stunden (42 Prozent) oder sogar über 48 Stunden (6 Prozent) für vertretbar.

Grundsätzlich ist jedoch für rund vier von zehn Unternehmen die SAP-Downtime ein kritisches Thema. 54 Prozent geben an, dass die temporäre Nichtverfügbarkeit für sie kein Problem darstellt. Die von den Fachabteilungen geforderte Downtime zu erreichen, fällt 30 Prozent der Unternehmen schwer. 10 Prozent diskutieren gar eine Migration ohne Datenübernahme, weil die Verschiebung der Daten an den neuen Zielort zu lange dauern würde.

 

Mehr als 100.000 Euro Kosten bei Nichtverfügbarkeit der Systeme

Die Unternehmen wurden auch gefragt, mit welchen Opportunitätskosten – wie etwa entgangene Erlöse oder Vertragsstrafen bei fehlender Lieferfähigkeit – sie rechnen, falls die maximal akzeptierte Downtime überschritten würde. 55 Prozent der Unternehmen können das nicht einschätzen, ein Drittel rechnet mit Kosten von weniger als 100.000 Euro pro Stunde Verzögerung und 12 Prozent der Befragten kalkulieren bis 500.000 Euro pro Stunde Verzögerung. Vor diesem Hintergrund erscheint die Downtime als projektentscheidender Faktor.

 

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Quelle: IT-Onlinemagazin

 

Großteil der Migrationsprojekte steht noch aus

Nur 8 Prozent der Umfrageteilnehmer haben die Umstellung auf S/4HANA bereits vollzogen. In diesem Jahr planen 16 Prozent der Unternehmen die Migration und 13 Prozent der Befragten möchten im kommenden Jahr wechseln. Die breite Mehrheit (60 Prozent) plant den Schritt zu S/4HANA hingegen erst 2022 oder später.

 

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  • Für 60 Prozent der befragten Unternehmen liegt die größte Herausforderung bei der S/4HANA-Umstellung darin, eine passende Migrationsstrategie zu finden.
  • Gefragt nach den vorrangigen Zielen, gaben 64 Prozent der Umfrageteilnehmer an, eine Harmonisierung und Optimierung bestehender Prozesse zu verfolgen. Gleichzeitig wünschen sich aber 62 Prozent eine rein technische Umstellung.
  • Neue Funktionalitäten möchten 25 Prozent der Befragten etablieren und gut 20 Prozent der Unternehmen wollen im Zuge der S/4HANA-Umstellung ihre SAP-Systemlandschaft massiv verändern.
  • Die breite Mehrheit hält eine Downtime während der Umstellung von bis zu 24 Stunden (19 Prozent), 48 Stunden (42 Prozent) oder sogar über 48 Stunden (6 Prozent) für vertretbar.
  • Ein Drittel rechnet mit Kosten von weniger als 100.000 Euro pro Stunde Verzögerung und 12 Prozent der Befragten kalkulieren bis 500.000 Euro pro Stunde Verzögerung.
  • Vor diesem Hintergrund erscheint die Downtime als projektentscheidender Faktor.