Wechsel nach S/4HANA: Das sollten Sie bei der Migration bedenken

Blog Post

MR BLUEFIELD - Oktober 26, 2020

arrow

S/4HANA bildet die Basis für die weitere Digitalisierung von SAP-Anwenderunternehmen: Bis Ende 2027 sind tausende Entscheider weltweit vor die Aufgabe gestellt, die eigenen ERP-Systeme auf den neuen Standard umzustellen. Wir beantworten oft gestellte Fragen zur optimalen Planung des Migrationsvorhabens.

 

Dies ist der zweite Teil der Serie „Migration auf SAP S/4HANA – Antworten auf Ihre Fragen". Den ersten Serienteil finden Sie hier.

 

Worin liegt die größte Herausforderung bei der S/4HANA-Einführung?

Datentransformationen sind grundsätzlich hochkritische Vorhaben: Jede Veränderung an IT-Systemen wirkt sich unmittelbar auf Geschäftsprozesse aus. Hinzu kommt, dass der Wechsel nach S/4HANA mehr als eine rein technische Umstellung ist. Wenn sich existierende Betriebsmodelle und IT-Architekturen ändern, stehen Unternehmen nicht selten vor einem grundlegenden Wandel, den es strategisch zu gestalten gilt.

Die Migration nach S/4HANA erweist sich daher nicht nur als Herausforderung, sondern auch als enorme Chance: Bestehende SAP-Systeme können nachhaltig von Ballast befreit und die IT-Organisation auf die geänderten Anforderungen der Geschäftsbereiche ausgerichtet werden.

 

Wann sollten Unternehmen mit dem S/4HANA-Projekt beginnen?

Maßnahmen und Projekte in Richtung SAP S/4HANA sollten frühzeitig initiiert werden, denn für einen erfolgreichen Go-live ist eine sorgfältige Vorbereitung notwendig. Wer sich für die Planungs- und Analysephase genügend Zeit nimmt, rüstet sein Unternehmen für die digitale Zukunft. Idealerweise wird auch die IT-Strategie vor den ersten Handgriffen an das S/4HANA-Projekt angepasst. Dabei empfiehlt es sich, den gewünschten Veränderungsgrad und damit verbundene Unternehmensziele zu definieren. Kritisch hinterfragt werden sollte zudem, welche Daten und Funktionen künftig benötigt werden – und welche nicht. Neben IT und Entscheidern sollten andere Fachbereiche mitdiskutieren: Diese Kollegen können helfen, den Umstellungsprozess zu optimieren, weil sie eine Datenkenntnis haben.

Angesichts der Komplexität und der notwendigen Vorarbeiten sind Projektverantwortliche daher gut beraten, die von SAP zugesagte Fristverlängerung bis Ende 2027 effektiv zu nutzen und Zeitdruck zu vermeiden. Um die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen und grundlegende Fehler bei der Umstellung zu vermeiden.

 

Weshalb benötigen Unternehmen für die S4HANA-Migration eine Roadmap?

Um das volle Potenzial von SAP S/4HANA zu erschließen und gleichzeitig Kontrolle über die Modernisierung der eigenen SAP-Landschaft zu bewahren, sollten Unternehmen strukturiert vorgehen und eine ganzheitliche Roadmap entwickeln.

Wie sieht die individuelle Situation des eigenen Unternehmens aus? Welche strategischen Aspekte und Geschäftsprozesse, aber auch technischen Herausforderungen gilt es zu berücksichtigen? Je präziser das individuelle Vorgehen in einer Roadmap definiert ist, desto genauer lässt sich der Migrationsaufwand, der für die Umstellung erforderlich ist, vorhersagen. Idealerweise werden im Vorfeld der gesamte Upgrade- und Migrationsprozess sowie die Auswirkungen nach dem Umzug mit einer Transformationssoftware visualisiert – und entsprechende Schritte festgehalten.

Um eine passgenaue Roadmap zu entwickeln und das Projekt erfolgreich durchzuführen, erweist sich in den meisten Fällen die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister als sinnvoll, der innovative IT-Lösungen für das Migrationsvorhaben mitbringt.

 

Wie können Zeit und Kosten bei der S/4HANA-Umstellung minimiert werden?

Der zeitliche Umfang eines Transformationsprojektes ist nicht nur von unternehmensspezifischen Faktoren, sondern auch von der gewählten Migrationsart abhängig. Die beiden klassischen Ansätze Greenfield (komplette Neuimplementierung) und Brownfield (Transformation des vorhandenen SAP-Systems) fordern insbesondere von großen Unternehmen eine Aufarbeitung ihrer oft heterogenen Altsysteme. Dadurch wird der ohnehin enorme Aufwand bei tiefgreifenden Veränderungen an ERP-Landschaften – wie bei dem Wechsel nach S/4HANA – erhöht. Dies schlägt sich oftmals in einem größeren zeitlichen und finanziellen Aufwand nieder. Entscheider sollten sich über alternative Migrationsmethoden informieren: Mit dem BLUEFIELD-Ansatz migrieren und aktualisieren sie Daten und Funktionen in einem einzigen Go-live-Projekt. Neben Zeit und Kosten wird das Risiko von Fehlern und redundanten Arbeitsschritten verringert, weil die Lösung automatisiert läuft.

 

Wie lässt sich der laufende Betrieb möglichst störungsfrei halten?

Während der Migration von Daten, Systemen und Anwendungen in eine neue Zielumgebung wie S/4HANA ist es technisch erforderlich, die Geschäftsprozesse herunterzufahren. Insbesondere weltweit agierende Konzerne mit Mitarbeitern in verschiedenen Zeitzonen sollten bestrebt sein, diese Ausfallzeiten so gering wie möglich zu halten. Durch einen solchen Stillstand können schnell immense Kosten entstehen, die Unternehmen gerade in Krisenzeiten empfindlich treffen.

Wesentlichen Einfluss auf die Ausfallzeit hat der gewählte Migrationsansatz, genauer gesagt die eingesetzte Transformationssoftware. Entscheider sollten Wert darauf legen, dass die gewählte IT-Lösung Systemumstellungen im Near-Zero-Downtime-Verfahren ermöglicht. Damit lässt sich der Stillstand auf ein Minimum begrenzen.

 

Wie werden Mitarbeiter optimal für den Umgang mit SAP S/4HANA vorbereitet?

Der Wechsel zu der neuen SAP-Generation ist ein Change-Projekt: Mitarbeiter sollten parallel zum Projektfortschritt für S/4HANA qualifiziert werden. Vom SAP-Experten in der IT bis zu Endnutzern, die mit neuen Nutzeroberflächen umgehen müssen, ist ein zugeschnittenes Training für jede betroffene Mitarbeitergruppe zielführend. Nur so können die Möglichkeiten der neuen ERP-Suite voll ausgeschöpft werden. In einer Weiterbildungsstrategie wird festgehalten, wer wann und wie lernt – von Online-Kursen, über Akademie-Abschlüsse bis zu Unternehmensplanspielen existieren diverse Ansätze und Methoden. 

Neben Qualifikationen für den Geschäftsalltag geht es auch darum, Themen wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Big Data zu verstehen, die künftig vermehrt zum Einsatz kommen werden.

 

Webinar-Tipp zur Einführung von SAP S/HANA

Sie planen den Wechsel zu SAP S/4HANA und fragen sich, welcher Migrationsweg der richtige für Ihr Unternehmen ist? Wir empfehlen Ihnen folgende Webinare, die on-demand zur Verfügung stehen:

 

Weiterführende Beiträge zum Thema S/4HANA-Migration:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir auf dem MR BLUEFIELD-Blog für alle Personengruppen die männliche Form, wobei wir darin ausdrücklich weibliche und diverse Menschen inkludieren.

CTA

MR BLUEFIELD FASST ZUSAMMEN

  • Die Umstellung auf S/4HANA ist für SAP-Anwenderunternehmen eine große Herausforderung, hinter der sich weitaus mehr als eine rein technische Umstellung verbirgt.
  • Maßnahmen und Projekte in Richtung SAP S/4HANA sollten frühzeitig angeschoben werden.
  • Um das volle Potenzial von SAP S/4HANA zu erschließen und Kontrolle über die eigene SAP-Modernisierung zu bewahren, benötigen Unternehmen eine maßgeschneiderte Roadmap.
  • Nicht nur IT-Experten, auch Kollegen aus Fachbereichen können helfen, die Einführung zu optimieren.
  • Wer bei der Migration strategisch vorgeht, rüstet sein Unternehmen insgesamt für die Zukunft.