Cloud-Computing: Nutzung steigt trotz Sicherheitsbedenken

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MR BLUEFIELD - Juli 28, 2020

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pixabay | giografiche

Mobiler Datenzugriff, verstärkter Einsatz neuer Technologien, abteilungsübergreifender Austausch: Das Potenzial von Cloud-Computing hat sich in der Wirtschaft herumgesprochen. Bereits drei von vier Unternehmen betreiben laut einer neuen Studie, die Bitkom im Auftrag von KPMG durchgeführt hat, IT-Leistungen über Datennetze. Doch vor allem bei Public-Clouds bestehen nach wie vor Sicherheitsbedenken. Die wichtigsten Studienergebnisse im Überblick:

 

Zunehmend mehr Unternehmen betreiben ihre IT-Systeme in der Cloud. Laut der Studie „Cloud Monitor 2020“ setzten im vergangenen Jahr bereits drei von vier der befragten Unternehmen (76 Prozent) auf die Datenwolke. Damit hat die Nutzung von Private- und Public-Clouds erneut zugenommen – im Vergleich zu 2018 um jeweils rund drei Prozent und verglichen mit 2017 um zehn Prozent. Weitere 19 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Auch künftig auf die Cloud verzichten wollen lediglich sechs Prozent.

 

Cloud als „Kerntechnologie der Digitalisierung“

„Cloud-Computing hat sich zur Kerntechnologie der Digitalisierung entwickelt“, fasst Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG, die Studienergebnisse zusammen. Die besonderen Herausforderungen der derzeitigen Viruskrise hätten uns allen die Stärken der Cloud vor Augen geführt. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen (77 Prozent) schreiben der Technologie einen großen bis sehr großen Beitrag zu ihrer weiteren Digitalisierung zu. Besonders positiv wirkt sich die Cloud-Nutzung auf die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT-Abteilung aus: 70 Prozent der Befragten sagen, das sogenannte Business-IT-Alignment habe sich verbessert. Einen großen Anteil bei der Digitalisierung interner Prozesse sehen 69 Prozent. Zudem meinen zwei von fünf Unternehmen, dass sich die Cloud-Nutzung positiv auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auswirke.

 

Cloud-Computing: Flexibler Datenzugriff als größter Vorteil

Unternehmen, die auf Public-Cloud-Lösungen aus dem Internet setzen, haben laut Studie vor allem gute Erfahrungen gemacht. Acht von zehn der Befragten sehen den größten Vorteil in dem mobilen Zugriff auf IT- Ressourcen. Gerade zu Zeiten der aktuellen Viruskrise und verstärkten Home-Office-Tätigkeiten zahlt sich das ortsunabhängige Arbeiten auf der Grundlage zentraler IT-Systeme aus. Ähnlich viele Unternehmen (77 Prozent) heben eine schnellere Skalierbarkeit der IT-Leistungen hervor. Eine Zunahme der Datensicherheit beobachtet jedes zweite Anwenderunternehmen. Zudem konnte ein Viertel (24 Prozent) über die Public-Cloud seine IT-Kosten insgesamt senken. Demgegenüber geben drei von zehn Unternehmen an, dass sich ihr IT-Administrationsaufwand durch die Public-Cloud erhöht hat.

 

Verstärkter Einsatz von neuen Technologien

Über die Public-Cloud wird gezielt auf neue Technologien zugegriffen. Fast ein Viertel der Anwenderunternehmen (23 Prozent) nutzt Lösungen für das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 aus der Public-Cloud – bei weiteren 30 Prozent ist ein solches Vorhaben in Planung.

Auf Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) aus der Public-Cloud greifen bislang erst sieben Prozent zu, weitere 20 Prozent bereiten den Einsatz vor. Bislang vernachlässigt werden Blockchain-Lösungen aus der Public-Cloud: Die neue Technologie, die eine optimierte Datenverarbeitung ermöglichen soll, wird erst von zwei Prozent der Befragten genutzt.

 

Public-Cloud: Sicherheitsbedenken als Hemmnis

Wenngleich die Anwender von Public-Cloud-Lösungen vor allem Vorteile bei der Nutzung benennen, ist das Betreibermodell bislang weniger beliebt. Erst 38 Prozent setzen auf die Cloud im öffentlich zugänglichen Internet. Bevorzugt werden nach wie vor Private-Cloud-Lösungen: 58 Prozent der befragten Unternehmen betreiben ihre Cloud-Umgebung exklusiv über ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet. Das begründet sich vor allem in Sicherheitsbedenken. Sieben von zehn Nichtnutzer befürchten mit dem Umstieg auf eine Public-Cloud-Lösung einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Für 60 Prozent bestehen Unklarheiten hinsichtlich der Rechtslage. Fast ebenso viele (59 Prozent) denken, dass sich die Public-Cloud nur schwerlich mit internen IT-Lösungen zusammenführen lässt. Als weiteren Grund für das zögerliche Verhalten geben zwei von fünf Nichtnutzer fehlende personelle Ressourcen an.

Dabei soll die Public-Cloud laut der befragten Anwenderunternehmen weniger anfällig für Sicherheitsvorfälle als die eigene IT sein, gleichzeitig soll sie immer sicherer werden.

Unabhängig von dem Anwendungsszenarium verfügt bereits ein Großteil über spezifische Sicherheitskonzepte. 77 Prozent aller Unternehmen geben an, dass sie Sicherheitsanforderungen und entsprechende Maßnahmen für ihre Public- oder Private-Cloud definiert haben.

 

Multi-Cloud-Computing: Bestehende Infrastruktur weiterentwickeln

Bei den Unternehmen, die den Schritt in die Cloud bereits realisiert haben, verschieben sich laut Studie die Prioritäten hin zur Erweiterung und Optimierung der bestehenden Infrastruktur. Hierbei rückt das Thema Multi-Cloud-Computing in den Vordergrund, das den Einsatz mehrerer Private-Cloud-Lösungen oder Public-Cloud-Lösungen parallel oder in Kombination ermöglicht. Als vorrangige Gründe für die Multi-Cloud-Nutzung geben die Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern an, dass Ausfälle vermieden (59 Prozent), die Nutzung spezifischer Dienste bei spezifischen Cloud-Anbietern ermöglicht (39 Prozent) sowie Ressourcen bei voller Auslastung besser verteilt (37 Prozent) werden sollen.

Bereits auf dieser nächsten digitalen Entwicklungsstufe angekommen sind aber erst knapp ein Drittel der Unternehmen. Weitere 18 Prozent planen oder diskutieren den Ausbau ihrer Cloud-Lösungen. Für die übrigen Unternehmen ist Multi-Cloud-Computing noch ein Zukunftsthema.

 

Den vollständigen Bericht zum „Cloud-Monitor 2020“ können Sie hier kostenfrei herunterladen:

 

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  • Bereits drei von vier Unternehmen (76 Prozent) setzen laut „Cloud Monitor 2020“ auf Cloud-Computing.
  • Ein Großteil der Befragten schreibt der Technologie einen großen bis sehr großen Beitrag zur weiteren Digitalisierung zu. Weitere 70 Prozent meinen, dass die Cloud-Nutzung die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT verbessert.
  • Wesentliche Vorteile sehen Unternehmen in dem mobilen Zugriff auf IT-Ressourcen, der schnelleren Skalierbarkeit von IT-Leistungen sowie der zunehmenden Datensicherheit.
  • Wenngleich die Anwender von Public-Cloud-Lösungen vor allem Positives berichten, ist das Betreibermodell aufgrund von Sicherheitsbedenken bislang weniger beliebt als die Private-Cloud. Dabei soll die Public-Cloud weniger anfällig für Sicherheitsvorfälle als die eigene IT sein – gleichzeitig soll sie immer sicherer werden.
  • Bei den Unternehmen, die den Schritt in die Cloud bereits realisiert haben, verschieben sich der Studie zufolge die Prioritäten hin zur Erweiterung und Optimierung der bestehenden Infrastruktur.